Es gibt sie in vielerlei Variationen, mal edel, mal robust…mal teuer, mal preiswert – für verschiedene Zwecke allenthalben. So findet man für die verschiedenen Reitsportarten zum Beispiel den Dressursattel, den Rennsattel oder den Westernsattel. Wichtig ist, dass Pferd und Reiter eine gute „Verbindung“ zueinander haben, dass der Sattel gut sitzt und es für beide, für den Mensch und den Vierbeiner, Spaß macht.
Ein bisschen zur Geschichte… Ursprünglich nutzte man Sättel als Packsättel (diese hatten noch nicht im geringsten die heutige Sattelform), eigneten sich aber hervorragend für Gepäck und schonten den Pferderücken. Wenn man reiten wollte, wurden sie meistens mit Kissen oder/und Decken ausgepolstert. In der Geschichte finden sich die ersten Ledersättel bei den Kelten, die jedoch ohne Steigbügel ritten. Die Römer übernahmen dann die Sattelform. Im 8. Jahrhundert n. C. wurden die komfortablen Steigbügel in Europa bekannt, wo sie schnell Freunde fanden. Bis heute haben sich die Sättel ständig weiter entwickelt und sind heute auf dem neuesten Stand der Technik.
Dressursattel Damit das Pferd beim Dressurreiten auf kleinste Hilfen reagiert, muss die Reiterin oder der Reiter sein Bein lang machen können. Daher ist beim Dressursattel das Sattelblatt verlängert, gerade geschnitten und geht fast senkrecht nach unten. Die Sitzfläche ist eben, und die Polsterungen am Schweißblatt, die so genannten Pauschen, fehlen fast völlig.
Rennsattel Der Rennsattel ist nicht für das bequeme Reiten konzipiert, sondern soll Pferd und Reiter möglichst schnell ins Ziel bringen. Nicht nur das geringe Gewicht des Jockeys ist hier entscheidend, sondern auch der leichte und kleine Sattel, mit dem es dem Reiter gelingt, seinen Oberkörper in Hockstellung über den beim Galopp enorm gestreckten Hals des Tieres zu bringen.
Westernsattel Wer kennt sie nicht, die Hollywood-Filme, in denen Cowboys lässig über die Weiten der Prärie reiten. Was im Film so einfach aussieht, ist für die Männer schwere Arbeit. Deshalb brauchen sie auch einen Sattel, der bequem und sicher für lange Ritte geeignet ist. Hierfür haben Westernsättel eine große Auflagefläche, die es ermöglicht, komfortabel lange Wegstrecken zurückzulegen. Westernsättel sind oft mit einem zweiten Gurt ausgerüstet; der Sattel kann dadurch nicht verrutschen, wenn am Horn ein Lasso befestigt ist, das ein renitentes Rind hält.
Vielseitigkeitssattel Beim Vielseitigkeitssattel ist der Name Programm. Er ist der am häufigsten benutzte Sattel in Reitschulen, da man nicht nur gut und sicher in ihm sitzt, sondern sowohl Springen als auch Dressur reiten kann. Sogar bei den Vielseitigkeitsprüfungen kann man für alle drei geforderten Disziplinen — wie Springen, Geländeritt und Dressur — den Vielseitigkeitssattel benutzen. Bequemer als ein Springsattel ist er allemal.
Damensattel In der heutigen Zeit exotisch ist der Damensattel. Im 14. Jahrhundert wurde er jedoch von adligen Damen (hier ist besonders Anne von Böhmen zu erwähnen) wieder entdeckt, nachdem er schon im Altertum durch Menschen beiderlei Geschlechts genutzt wurde. Man sitzt im Damensattel (so genannter „Seitsitz“) mit beiden Beinen auf einer Seite. Sicher war dieser Sitz nicht, doch ziemte es sich für die Adelsdamen sowieso nicht, über Hindernisse zu springen oder Galopp zu reiten. Bekannte Reiterinnen im Damensitz, von denen viele Abbildungen und Gemälde zeugen, sind Katharina de Medici und die österreichische Kaiserin Elisabeth, genannt Sissi.
Töltsattel Neben den bekannten Gangarten bei Pferden wie Schritt, Trab und Galopp, gibt es unter anderen noch Tölt und Pass. Hierfür ist der Töltsattel geeigneter als andere Sättel, da der Reiter oder die Reiterin die Belastung durch ihr Körpergewicht auf dem ebenen Sattel besser verlagern können. Dies ist wichtig, um die einzelnen Gänge des Tieres feiner abzutrennen. Der Schwerpunkt liegt zudem weiter hinten, als dies bei normalen Sätteln der Fall ist.