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Polo
Polo spielen

Schon seit mehr als 2.600 Jahren wird Polo gespielt; es ist das älteste bekannte Spiel mit Stock und Ball zu Pferd. Seine Ursprünge liegen in Persien; es verbreitete sich dann im arabischen Raum und bis nach Indien, wo im 19. Jahrhundert britische Offiziere darauf aufmerksam wurden. So gelangte Polo nach Großbritannien, wo 1859 der erste Polo-Club gegründet wurde. Im Jahr 1900 erklärte man Polo zur olympischen Disziplin, in der die Briten dominierten. Nach 1936 verschwand diese Sportart dann allerdings wieder von der olympischen Bildfläche. Mittlerweile gibt es in Großbritannien über 50 Polo-Clubs und auch in der Bundesrepublik Deutschland, Österreich und der Schweiz gewinnt Polo immer mehr Freunde. In der Schweiz zum Beispiel findet alljährlich ein Polo-Turnier statt, das auf einem zugefrorenen See ausgetragen wird. Popularität erlangte Polo auch durch den englischen Kronprinzen Charles, der ein begeisterter Polo-Spieler ist: mit einem Handicap von immerhin plus 2! Heute kommen die besten Spieler aus Argentinien, wo auch alljährlich im November die besten Teams der Welt zusammen kommen, um sich zu messen.

Die Regeln
Zwei Mannschaften mit jeweils vier Reitern bespielen ein ca. 270 Meter langes Spielfeld mit dem Ziel, einen 130 Gramm schweren Poloball mit einem langen Holzschläger ins gegnerische Tor zu befördern. Beaufsichtigt werden sie dabei von zwei Schiedsrichtern zu Pferde, die sich im Feld aufhalten, und einem Oberschiedsrichter am Rande des Spielfelds. Vier bis acht mal 7,5 Minuten (Chukker) jagen die Spieler hinter dem Ball her, und nach jedem Tor wird die Spielrichtung gewechselt. Da nicht jeder Spieler gleich stark ist, werden die Teams in so genannte Handicaps eingeteilt. Die Bandbreite geht von minus 2 bis plus 10. Aus den Handicaps der einzelnen Spieler wird das Gesamthandicap des Teams ermittelt. Die Mannschaft mit dem kleineren Handicap erhält einen Tor-Vorsprung, so dass die Chancen in etwa gleich verteilt sind.

Spielweise und Taktik
Die Spielweise ist beim Polo klar definiert. Jeder der vier Reiter hat die Aufgabe, seinem Team-Kollegen zuzuspielen. So gibt zunächst Reiter Nr. 1 an Nr. 2 weiter, Nr. 2 an Nr. 3 und Nr. 3 an Nr. 4. Beim Angriff auf das gegnerische Tor wird dann in umgekehrter Reihenfolge bis zur Nr. 1 weitergegeben, der dann die Torchance nutzen sollte. In der Verteidigung deckt die

Nr. 4 die Nr. 1 ab,
Nr. 3 ist für die Nr. 2 zuständig,
Nr. 2 für die Nr. 3 und
die Nummer 1 für die Nummer 4 aus der Gegenmannschaft.

So bleibt kein Gegner ungedeckt. Eine Taktik beim Polo ist das Abdrängen vom Ball und auch das Schlagen nach dem Stock. Mannschaften, die dies beherrschen, sind eindeutig im Vorteil. Übrigens müssen Linkshänder umlernen, denn der Schlagstock wird immer in der rechten Hand gehalten.

Die Pferde
Polo-Ponys müssen klein, nervenstark und wendig sein. Die meisten von ihnen kommen heute aus Argentinien, genauso wie die weltbesten Polo-Spieler. 1,55 bis 1,60 beträgt das Stockmaß der Tiere, die für diesen Sport in Frage kommen. Genauso wie der Reiter sein Handwerk verstehen muss, so müssen die Pferde eine ausgezeichnete Ausbildung und Erziehung genossen haben. Denn nur dadurch gelingt dem Duo eine vollendete sportliche Darbietung, die zum gewünschten Erfolg eines Teams in diesem herrlichen Sport beiträgt. Argentinien, ein Land, in dem dieser Sport sehr populär ist, exportiert die meisten der Polo-Pferde. Während des Spiels sind die Ponys durch dicke Gamaschen vor eventuellen Fehlschlägen des Polosticks geschützt. Außerdem werden dem Tier die Mähne gestutzt und der Schweif hochgebunden, damit sich der Schläger dort nicht verfängt. Der Schiedsrichter überwacht permanent den Zustand der Pferde. Stürzt ein Pony zum Beispiel, so wird sofort das Spiel unterbrochen. Nach  jedem Chukker, der 7,5 Minuten beträgt, wird das Pony gewechselt. Dies ist auch unbedingt nötig, denn das äußerst schnelle Polo-Spiel zehrt sehr an den Kräften der Tiere.

Die Reiter
Polo-Spieler müssen körperlich in Höchstform sein. Hohe Belastbarkeit und schnelles Reaktionsvermögen sind unabdingbare Voraussetzungen für diesen Sport. Die Reiter müssen fest im Sattel sitzen und ihr Pferd in- und auswendig kennen. Sie müssen in der Lage sein, ihr Pferd sicher und souverän in jeder Situation zu beherrschen und zu lenken. Entscheidend ist außerdem, dass der Spieler Teamgeist besitzt, denn nur im Zusammenspiel mit den anderen winkt der Erfolg. Polo ist ein atemberaubend schöner Sport, der Pferden und Reitern alles abverlangt. Dem Zuschauer bietet er eine Stunde lang kurzweilige Unterhaltung auf höchstem Niveau. 

 



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