Pferderennen — Dieser Sport begeistert Menschen seit vielen Jahrhunderten.
War er früher fast ausschließlich den eher wenigen Reichen und Adligen vorbehalten, so ist er heute vielerorts Zuschauermagnet und zieht Tausende an, die auf die Pferde wetten oder ihnen einfach nur beim Rennen zuschauen. Das wohl berühmteste Pferderennen in Europa wird in Ascot ausgetragen: Hier findet alljährlich unter der Schirmherrschaft des englischen Königshauses — und das schon seit dem 18. Jahrhundert — das Royal Ascot Pferderennen statt. Sehen und gesehen werden heißt nicht nur dort die Devise. Und dennoch bleiben die Pferde die Hauptdarsteller: schnell und stolz, ob sie nun als erstes oder letztes ins Ziel laufen.
Rennen auf verschiedene Weise Pferderennen gliedern sich in unterschiedliche Disziplinen. Die bekanntesten von ihnen sind wohl das Galopprennen, das Trabrennen und das Klassische Rennen. Das Galopprennen wird, wie der Name es vermuten lässt, ausschließlich im Galopp geritten, obwohl alle Gangarten erlaubt sind. Pferd und Reiter haben nur ein Ziel: möglichst als erste anzukommen. Kein anderes Reitduo darf dabei regelwidrig behindert werden. Gleiches gilt auch für das Trabrennen: mit der Besonderheit, dass als einzige Gangart das Traben erlaubt ist. Das Wechseln in eine andere Gangart führt zum Ausschluss von Reiter und Pferd. Vor allen Dingen in Europa und den USA ist diese Variante des Pferderennens sehr beliebt. Früher wurde das Trabrennen ausschließlich in Sulkys gefahren, heute jedoch geht man immer mehr dazu über, die Rennen zu reiten. Vor allem in Frankreich ist dies schon länger üblich. Klassische Rennen sind den dreijährigen Pferden vorbehalten. Das wichtigste Rennen ist das Derby, das über eineinhalb englische Meilen geht (ca. 2.400 m) und fast in jedem Land der Erde ausgetragen wird.
Die Reiter Bevor man die Bezeichnung „Jockey“ — bei Damen „Jockette“ — tragen darf, müssen einige Hürden überwunden werden. Am Anfang steht eine dreijährige Ausbildung zum Pferdewirt mit dem Schwerpunkt Rennreiten, in der die Gesundheit, Fortpflanzung, das Wesen und die Bedürfnisse des Pferdes im Vordergrund stehen und unterrichtet werden. Nach erfolgter Prüfung muss der angehende Jockey oder die Jockette mindestens 50 Klasse-A-Rennen gewinnen. Reiter beider Geschlechter dürfen als Teilnehmer ein Maximalgewicht von 55 kg nicht überschreiten. Besser ist es natürlich, noch weniger zu wiegen: Je weniger ein Pferd zu tragen hat, umso schneller kann es werden. Ältere Jockeys oder Jocketten, die den Beruf nicht mehr ausüben können oder wollen (bzw. die das geforderte Gewicht nicht mehr halten können bzw. wollen) arbeiten oft bei den Rennställen als Futter- oder Stallmeister. Oder sie werden Trainer und geben so ihre Erfahrungen an die Jüngeren weiter.
Die Pferde Um ein erfolgreiches Rennpferd zu werden, muss der Vierbeiner behutsam aufgebaut werden. Rennställe haben dazu ein spezielles Training, bieten für das Tier ideale Lebensbedingungen, den nötigen Kontakt zu Artgenossen, weitläufige Weideflächen, Konditionsunterstützung und Massagen in und unter Wasser.
Bekannte Rennpferde Ein Pferd, das Geschichte schrieb und Kennern wohl bestens bekannt sein dürfte, ist Eclipse, ein Hengst aus England. Er startete im 18. Jahrhundert in vielen Rennen für seinen Besitzer Lord Cumberland und man sagt, er habe kein einziges Rennen verloren. Noch heute erinnert das Gruppe-I-Rennen „Eclipse Stakes“ in England an dieses Ausnahmepferd. Aber auch in den USA gab es weltberühmte Rennpferde, wie zum Beispiel Man O’War, von seinen Fans liebevoll „The Big Red“ genannt. Er starb im hohen Alter von 30 Jahren, nachdem er in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts fünf Weltrekorde aufgestellt hatte. Noch heute erinnert eine lebensgroße Statue im Kentucky Horse Park an seine grandiosen Leistungen. Der breiten Masse bekannt sein dürfte auch das amerikanische Rennpferd „Seabiscuit“, das dem bekannten Kinofilm aus dem Jahre 2003 seinen Namen gab.
Pferderennen — große Events Bei Pferderennen geht es heutzutage um sehr viel Geld. Nicht nur die Rennställe und ihre Besitzer verdienen an einem guten Pferd, das bei seinen Siegen oft horrende Preisgelder einfährt, sondern auch die Zuschauer können bei einer guten Wette viel Geld gewinnen und…natürlich auch verlieren. Pferderennen sind darüber hinaus spannend, Pferd und Reiter zeigen bestenfalls eine gelungene Einheit, das Rennen selbst… wird zum Ereignis. Seien Sie dabei… als Zuschauer? Oder Reiter, Reiterin?