Herpes Diese hoch ansteckende Viruserkrankung überträgt sich sehr schnell von einem Tier auf das andere. Die Symptome sind unter anderen Bewegungsstörungen, hohes Fieber sowie wässriger Ausfluss aus Augen und Nase. Die Atemwege können erkranken, zusätzlich kann der Herpes zur Lähmung der Atmung führen. Besonders häufig und intensiv befällt er Schleimhäute und Nervengewebe. An den Geschlechtsorganen sind kleine Bläschen erkennbar. Wichtig ist, dass das kranke Tier von seinen Artgenossen getrennt wird, um eine Ansteckung zu vermeiden. Der beste Schutz vor dieser Erkrankung ist die Impfung.
Pferdegrippe Für die Pferdegrippe, die aufgrund ihrer Symptome einer Menschengrippe ähnelt, gilt das gleiche wie beim Herpes-Virus: das Tier muss isoliert werden, da sich Artgenossen rasend schnell infizieren können. Stellt man Appetitlosigkeit, hohes Fieber, trockenen Husten und Nasen- und Augenausfluss fest, so kann man von dieser Erkrankung ausgehen. Wird die Krankheit nicht rechtzeitig mit Antibiotika behandelt, können Lungenentzündung und/oder eine gefährliche Herzmuskelentzündung entstehen.
Druse Eine weitere hoch ansteckende Krankheit ist die Druse, die durch Hautverletzungen und kontaminierte Futtertröge oder Tränken entstehen kann. Der Leidensdruck der Tiere ist enorm, denn neben hohem Fieber, Husten, Appetitlosigkeit, depressivem Verhalten und Anschwellen der Lymphknoten kann die Druse mit einer Lähmung des Kehlkopfnervs einhergehen. Der Allgemeinzustand der Tiere ist sehr schlecht. Schleim verklebt die Nüstern, das Atmen wird behindert und damit auch die Wasseraufnahme erschwert, das Tier kann austrocknen. Neben veterinärmedizinischer Betreuung und absoluter Ruhe, können warme Wickel zum Abschwellen der Lymphknoten beitragen. Das Futter sollte feucht und leicht warm sein, damit es gut aufgenommen werden kann. Meist klingt die Krankheit nach zwei bis vier Wochen wieder ab. Danach sollte man das Tier nicht überanstrengen und langsam wieder mit schonender Arbeit beginnen. Die Druse tritt vorwiegend auf bei jungen Tieren im Alter von einem bis fünf Jahren.
Mondblindheit Bei Pferden, die sich viel in morastiger Umgebung aufhalten müssen, tritt die Mondblindheit häufig auf. Die Symptome sind eindeutig: tränende Augen, geschwollen und heiß, hervorgerufen durch eine gereizte Bindehaut und ein gereiztes Augenlid, Lichtempfindlichkeit, Fieber, Mattigkeit. Das Tier blinzelt fortwährend. Die Krankheitszeichen treten im Laufe von einigen Wochen auf. Mitunter denkt man im Anfangsstadium noch an eine Bindehautentzündung und verliert wichtige Zeit, um dem Tier zu helfen, denn die Mondblindheit kann innerhalb von kurzer Zeit zu einer vollständigen Erblindung des betroffenen Auges führen. Die Krankheit ist tückisch, denn sie kann ohne Tröpfcheninfektion von einem Auge auf das andere übertragen werden und verläuft in schmerzhaften Schüben. Eine Operation, die so genannte Vitrektomie, kann dem Pferd das Augenlicht erhalten und wird heutzutage in vielen Kliniken durchgeführt.
Hufrehe Bei der Hufrehe unterscheidet man zwischen Futterrehe und Belastungsrehe. Der Name ist hier Programm. Im Gegensatz zu früheren Thesen, geht man heute nicht mehr davon aus, dass es sich bei der Futterrehe um eine ausschließliche Eiweißvergiftung handelt. Als Ursache gelten aber frisches Gras, das natürlich bei den ersten Weidegängen in großen Mengen aufgenommen wird, oder große Mengen Getreidenahrung. Auch viel kaltes Wasser, das vom erhitzten Pferd getrunken wird, kann zur Krankheit führen. Verdorbenes Futter, hormonelle Störungen und auch Giftpflanzen können Ursache für die Futterrehe sein. Bei der Belastungsrehe sind in der Regel das Reiten auf zu hartem Boden, nicht geeignete Hufeisen oder ein nicht sachgemäßes Beschneiden der Hufe Ursache. Die Symptome sind ein unsicherer, stolpernder Gang, Wegspreizen der Hufe und mitunter schneller Atem und erhöhter Puls. Stellt man Hufrehe fest oder hat man den Verdacht, dann sollte man in jedem Fall den Tierarzt rufen. Dieser wird — in Zusammenarbeit mit dem Hufschmied die Hufeisen entfernen. Die Hufe müssen gut gekühlt und am besten in Wasser getaucht werden. Das Futter muss sorgfältig gewählt werden, um eine weitere Verschlimmerung der Krankheit zu verhindern. Nach einer Ruhephase darf das Tier nur auf weichem Untergrund bewegt werden, damit die Durchblutung gefördert wird.
Kolik (Darmverschluss) Auch den meisten Laien ist sie bekannt: die Kolik bei Pferden, auch Darmverschluss genannt. Die Symptome sind mannigfaltig. Oft wälzen sich die Pferde auf dem Boden oder versuchen, nach ihrem Bauch zu treten. Sichtbares Zeichen kann ein Blähbauch sein. Manche Pferde sind lethargisch oder auch unruhig, atmen schnell und fressen und trinken nicht mehr. Auch häufiges Kotabsetzen kann ein Symptom für die Kolik sein. Ist die Krankheit auf dem Höhepunkt, legt sich das Pferd oft auf den Rücken und reißt die Augen in Panik weit auf. Jetzt ist schnelle Hilfe vonnöten, denn eine Kolik kann sehr schnell zu einem Zusammenbruch des Kreislaufs führen und dieser wiederum zum Tod. Der verantwortungsvolle Tierbesitzer wird schnellstmöglich den Tierarzt rufen, der zur Entspannung ein krampflösendes Mittel spritzen wird. Auch Öle, die durch einen Schlauch in den Magen gepumpt werden, um diesen wieder durchgängig zu machen, werden heute erfolgreich gegen die Kolik eingesetzt.
Kreuzverschlag Sofortige tierärztliche Hilfe ist hier gefragt. Treten die Symptome auf, wie starkes Schwitzen, Bewegungsunlust, Durchdrücken des Rückens nach unten, möglicherweise Fieber, beschleunigter Herzschlag, rötlich-braune Verfärbung des Urins, so ist das Pferd sofort ruhig zu stellen. Ist man unterwegs, sollte man das Pferd auf keinen Fall nach Hause reiten oder gehen lassen, denn jede Belastung verstärkt die Krankheit. In schweren Fällen wird das Pferd ohnehin versuchen, sich hinzulegen und das Gehen verweigern. Dann sollte man den Hänger holen und das Pferd nach Hause transportieren und es dort warm halten (Decke, auch wenn es draußen warm ist). Ausgelöst wird die Krankheit durch Aufnahme von zu vielen Kohlenhydraten, die zu einer Stoffwechselstörung führen.
Spat Was ist Spat? Spat sind Ablagerungen zwischen den Gelenksfugen, die zu einer Verknöcherung der kleinen Sprunggelenke führen. Unsicherer Gang, Humpeln und Schonhaltung können natürlich viele Ursachen haben. Eine davon ist Spat. Man geht davon aus, dass in der Trainingsphase bei jungen Tieren im Alter zwischen drei und fünf Jahren die Gymnastik zu kurz gekommen ist. Aber auch Mangelernährung oder eine Fehlstellung der Hufe können dazu führen. Neben leichtem Training ohne Überanspruchung gibt es diverse Mittel, angefangen von einer teuren Magnetfeldtherapie, Blutegeln, Schmerzmedikamenten bis hin zu einem Nervenschnitt, um dieser Krankheit Herr zu werden.
Virushusten Eine weitere hoch ansteckende Krankheit ist der Virushusten. Auch hier versteht es sich von selbst, dass das erkrankte Tier isoliert und von seinen Artgenossen getrennt wird. Der Tierarzt muss sofort konsultiert werden, wenn die folgenden Symptome auftreten: Fieber, erst wässriger, dann milchiger Nasenausfluss, Anschwellen der Lymphknoten, Depression, Fressunlust und trockener Husten. Das kranke Tier sollte in einem zugluftfreien und trockenen Stall untergebracht werden, die Temperatur sollte gleichmäßig sein. Es ist wichtig, das Tier konsequent zu behandeln, denn aus dem Virushusten kann leicht ein chronischer Husten entstehen.
Chronischer Husten Beim chronischen Husten sind die Symptome ähnlich denen des Virushustens. Auslöser dieser schweren Erkrankung ist in vielen Fällen eine Schimmelpilzallergie. Auch beim Futter muss man aufpassen, denn minderwertiges Heu oder Stroh können ebenfalls diese Krankheit auslösen. Der Tierarzt wird in der Regel Antibiotika verabreichen, um den Schleim zu lösen. Auch Tees können eine gute Hilfe sein. Der Chronische Husten ist eine langwierige Krankheit, die über Wochen hinweg konsequent behandelt werden muss, damit sie für ihr Tier ohne Folgen bleibt.
Ein Wort zum Abschluss Pferde können sich nicht mitteilen, können nicht „sagen“, was ihnen fehlt, daher ist es wichtig, dass ihre Besitzer sie aufmerksam beobachten und bei der Pflege ihrer Lieblinge alle Körperregionen abtasten, Augen, Ohren und Maul untersuchen, um schon im Vorfeld etwaige Krankheitszeichen erkennen zu können. Gutes Futter, die richtige Bewegung, geeignete Unterkünfte und vor allen Dingen viel Liebe tun dann ein Übriges, damit der Vierbeiner gesund und munter ein langes Pferdeleben haben kann.