Im Gegensatz zum früher frei lebenden Pferd, das seinem Bewegungsdrang ungehemmt nachgehen konnte und das über Böden lief, für die es keinen Hufschutz benötigte, muss beim in der Obhut des Menschen stehenden Tier viel Sorgfalt auf die Pflege des Hufes gelegt werden, damit beide — Pferd und Reiter — viel Freude an dieser so besonderen Form der Freizeitbeschäftigung haben können.
Ein Schuh für das Pferd Pferde werden heutzutage in der Regel nicht mehr so bewegt, dass sich der Pferdefuß, der Huf, in natürlicher Weise abnutzen kann. Der Mensch hat natürlich hierfür eine Lösung gefunden: das Hufeisen aus Metall und aus Kunststoff oder eben… einen Hufschuh. Der Fachmann dafür ist der Hufschmied, der mittels geeigneter Hufkleidung auch eventuelle Fehlstellungen ausgleichen kann. Sieht man sich den Huf an, so hat man den Eindruck, dass dieser hart und ungelenk ist, doch der Eindruck täuscht. Setzt das Pferd einen Schritt, so werden durch Nervenstränge Impulse empfangen, die wichtige Nachrichten über die Beschaffenheit des Bodens senden. Wie auch beim Menschen und seinen Füßen ist es beim Pferd sehr wichtig, dass der Körper auf gesunden Füßen steht. Deshalb sollte man es sich als Pferdebesitzer zur Aufgabe machen, die Hufe täglich zu kontrollieren, denn Steinchen und Schmutz haben am Pferdehuf nichts zu suchen. Auch der Stall muss sauber und trocken gehalten werden, denn zum Beispiel feuchtes Stroh durch Urin kann den Huf nachhaltig schädigen.
Die Krankheiten des Hufs Die wichtigsten und am häufigsten auftretenden Krankheiten des Hufs sind die Hufrehe, der Hufabszess, die Hufrollenentzündung und das Hufgeschwür. Bei letzterem kann schon ein kleiner Fremdkörper, der in den Huf einwächst und wandert, Auslöser für Schmerzverhalten sein. Das Tier kann nicht mehr richtig auftreten und lahmt. Wenn dies zur Entzündung wird, kann es zum Abszess kommen. Abhilfe kann hier neben dem Tierarzt auch der Hufschmied schaffen. Er wird dann in der Regel den Huf einschneiden, bis er an das kranke Gewebe kommt und der Eiter ablaufen kann. Mehrmals täglich muss der kranke Huf mit Wasser und Schmierseife gespült werden. Eine Krankheit, die vor allen Dingen durch falsches Futter und auch durch häufiges Gehen auf harten Untergründen auftritt, ist die Hufrehe. Diese peinigende Infektion des Übergangs zwischen innerem Huf und äußerem Horn, die man Huflederhaut nennt, kann im extremsten Fall dazu führen, dass sich die Hufkapsel völlig löst. Der Hufschmied wird in diesem Fall dem Pferd so genannte Rehebeschläge anpassen, damit der Huf sich wieder erholen kann. Gefürchtet ist die Hufrollenentzündung, da sie im Extremfall dazu führen kann, dass man das Pferd nicht mehr reiten kann. Der Knochen des Strahlbeins kann so geschädigt werden, dass ein Reiten unmöglich wird. Hier ist wiederum der Hufschmied gefragt, der mittels eines speziell angefertigten Hufeisens den Hufmechanismus wieder richtet.
Nicht nur der Mensch trägt Schuhe Die Anpassung eines Hufschuhes ist dann sinnvoll, wenn das Tier nicht oft geritten wird oder der Schuh aus gesundheitlichen Gründen angebracht ist. Es gibt die Hufschuhe in verschiedenen Variationen. So existieren zum Beispiel Varianten, bei denen Schnallen und Spangen, an denen Widerhaken befestigt sind, den Schuh an den Huf pressen. Oder die Schuhe werden mit Fesselriemen am Huf gehalten. Eine moderne Variante ist das Luftpresssystem. Ein eingebautes Luftkammersystem presst den Schuh am Huf fest. Bei solchen Hufschuhen besteht der Nachteil, dass sie — besonders in schnelleren Gangarten — leicht verloren gehen können. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass zwischen Huf und Schuh Schmutz eindringt, was wiederum zu Krankheiten des Hufs führen kann. Der klassische Hufschutz ist das Hufeisen, welches aus verschiedenen Materialien bestehen kann: so zum Beispiel aus Stahl, Aluminium, Kunststoff oder einem Gemisch. Die Form und die Beschaffenheit der Eisen richten sich nach den jeweiligen Bedürfnissen. So gibt es geschlossene Hufeisen, Keileisen, Hufeisen mit Seiten- oder Zehenkappen, Pantoffeleisen und viele andere.