War er früher fast ausschließlich in den USA gern gesehene Reitsportvariante, so findet er heute auch in Europa immer mehr Freunde: sowohl auf Seiten der Reiter wie auf der der Zuschauer. Der Ursprung des Westernreitens liegt in Spanien. Hier trieben Vaqueros, die spanischen Cowboys, ihre Viehherden durch die Weidegebiete Andalusiens; ihre Arbeitsweise wurde durch die spanischen Einwanderer nach der Entdeckung Amerikas auch auf dem neuen Kontinent bekannt. Von dort aus traten sie ihren Siegeszug um die Welt an: Wer kennt sie heute nicht, die amerikanischen Cowboys, die mit ihren wendigen Pferden immer noch in den Weiten der USA Rinder und Pferde treiben? Die Helden unzähliger Filme sind, in denen ihr Leben zur Wildwest-Romantik verklärt wird? Angelehnt an die sehr schwere Arbeit der Cowboys entstand das heutige Westernreiten, das mit einer Variante mittlerweile auch bei den Weltreiterspielen anzutreffen ist.
Ein Hauch von Abenteuer
Das Westernreiten in den USA garantiert den jeweiligen Veranstaltern hohe Zuschauerzahlen und volle Kassen, In nahezu perfekter Art und Weise zeigt es den amerikanischen Traum vom Leben in Freiheit und voller Abenteuer. Westernreiten ist mittlerweile ein fester Bestandteil des Reitsports in vielen Ländern geworden: Viele Reitschulen bieten passende Kurse an, und bei Reitturnieren gelten Westernvorführungen als Highlights. Aber auch eigens aufs Westernreiten ausgerichtete Turniere ziehen viele Zuschauer an, die dort erleben, wie die Besten der Besten ermittelt werden.
Die einzelnen Disziplinen
Western Riding, Reining, Freestyle Reining, Western Horsemanship, Trail, Western Pleasure, Showmanship at Halter und Cutting sind nur ein paar der vielen verschiedenen Disziplinen, die beim Westernreiten mittlerweile auch in Europa gezeigt werden. Die beliebteste Disziplin ist hier Reining: Sie zeigt eine rasante Show mit vielen Tempowechseln, Drehungen und Stopps, wobei der ganze Ritt im Galopp durchgeführt wird. Dafür brauchen die Pferde spezielle Hufeisen, die so genannten Sliding-Eisen; auch der Boden muss für diese Disziplin geeignet sein. In Anlehnung an die Kür beim Dressurreiten zeigt zum Beispiel das Freestyle Reining — mit oder ohne Sattel und Zaumzeug geritten — bis zu vier Minuten lang eine von Musik untermalte Kür, in welcher der Reiter ein bestimmtes Thema interpretiert. Er kann dabei wählen, welches Thema, welche Musik, welche Abfolge der einzelnen Lektionen seine Vorführung prägen sollen. Manche Akteure tragen dabei auch ein Kostüm in schillernden Farben. Donnernder Applaus bei der Lösung kniffliger Aufgaben und der virtuos dargestellten Show sind Reiter und Pferd sicher. Wer solch eine Vorführung einmal gesehen hat, wird begeistert sein vom Zusammenspiel zwischen beiden, der bestenfalls nahezu perfekten Show, die beide bieten. So verwundert es kaum jemanden, dass Reining im Jahre 2000 offizielle FEI-Disziplin (FEI = Fédération Equestre Internationale) geworden ist.
Die Pferde
Für das Westernreiten eignen sich so gut wie alle Pferde, wobei speziell dafür gezüchtete Westernpferde mit quadratischem Rahmen und einer Widerristhöhe um die 1,55 cm Vorteile besitzen. Appaloosas und Quarter Horses sind vor allem in den USA oftmals die Pferde der Wahl. In Europa werden aber auch Haflinger und Freiberger, diese kleinen, kompakten und auch wendigen Pferde, immer beliebter.
Die Ausbildung des Pferdes
Wichtig bei der Ausbildung eines Pferdes zum Westernreitpferd ist — wie in eigentlich allen Reitsportarten — die Grundausbildung in der Dressur. Das Pferd lernt, auf minimale Signale, die der Reiter oder die Reiterin ihm mit dem Schenkel oder durch Gewichtsverlagerung gibt, zu reagieren und dann zum großen Teil selbständig zu arbeiten. Es bleibt beim Westerreiten — im Gegensatz etwa zum Englischen Reitstil — im einmal vorgegebenen Tempo, der Reiter muss ihm dafür keine weiteren Signale geben und kann sich stattdessen auf seine Aufgaben konzentrieren. Da beim Westernreiten einhändig geritten wird, ist es erforderlich, dass all diese Lektionen perfekt „sitzen“. Außerdem muss das Pferd eine so genannte Westernkandare tragen, damit mit der einhändigen Zügelführung auch genügend Druck ausgeübt werden kann. Es gibt jedoch auch andere Gebisse für das Pferd, die jeweils für die einzelnen Aufgaben angelegt werden. Westernreiten ist „in“. Wer Reiter und Pferd einmal dabei gesehen hat, wird verstehen, warum.
Bemerkenswerter Post. Würde gern mehr Blogposts zu dem Thema lesen. Ich freue mich schon auf die naechsten Posts.